Metzger-Innung Ebersberg

 

Als Betriebswirt eine Fach- & Führungskraft
Andreas Gantner aus Markt Schwaben bestand Fortbildungsprüfung

 
Markt Schwaben hat einen neuen „Betriebswirt des Handwerks“: Metzgermeister Andreas Gantner,  dieser hat kürzlich vor der Prüfungs-kommission der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz seine Fort-bildungsprüfung mit Erfolg abgelegt. Er glänzte mit einem Schnitt von 1,25
und war somit der beste Absolvent des Kurses.  Zuvor hatte der 24-Jährige,
der in der familiengeführten Metzgerei Gantner in Markt Schwaben tätig
ist, einen zwölfwöchigen Vorbereitungskurs an der 1. Bayerischen Fleischerschule in Landshut besucht. Vor gut 150 Ehrengästen, Familien-mitgliedern und Freunden der frisch gebackenen Betriebswirte gratulierte neben Schul-Gesellschafter Georg Zinkl auch Geschäftsführerin Barbara Zinkl). Sie bescheinigte den Absolventen hohe Praxisorientierung. Und es sei heutzutage auch im Fleischerhandwerk wichtig, stets Altes zu hinterfragen und Neues
zuzulassen. HWK-Vizepräsident Konrad Treitinger hält die Zukunftsaussichten der jungen Betriebswirte und Betriebswirtinnen für glänzend: „Sie haben den beruflichen Königsweg gewählt. Treitinger lobte, mit der Qualifikation zum „Betriebswirt des Handwerks“ seien die jungen Leute, die zuvor allesamt den Meistertitel errungen hatten, Aushängeschilder der Fleischerbranche. „Bildung ist die beste Investition“, sagte der Festredner; sie sorge für Selbstvertrauen, bringe neue Ideen in die Betriebe und sichere so Arbeitsplätze für die
Zukunft.

 

 

Werbespot für Nachwuchs im Metzgerhandwerk

Mit einem Klick „Komm auf den Geschmack" können sie den Werbefilm ansehen.

 

Fleischerverband Bayern

Woran erkennt man eigentlich gutes Fleisch

Billige Werbung auf Kosten anderer  

Georg Schlagbauer: „Beim Discounter fehlt die Kompetenz für das Lebensmittel Fleisch"  

Gutes Fleisch erkennt man am Preis – so lässt sich die aktuelle Werbung des Discounters Lidl vereinfachen. „Mehr bleibt bei einer Überprüfung der aktuellen Werbekampagne nicht übrig", ärgert sich Metzgermeister Georg Schlagbauer, Präsident des Bayerischen Handwerkstages und Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern. Dass Begriffe wie „Fairness und Nachhaltigkeit" für Lidl oberste Priorität haben, sei angesichts der jahrelangen aggressiven Preispolitik, die auf Kosten von Mensch, Tier und Umwelt gehe, nicht nachzuvollziehen.  

„Lidl ist billig" – lange hat der Discounter mit diesem Slogan geworben. Nun will er diesen Maßstab auch zum Qualitätsanspruch machen und den Kunden, zum Beispiel mit der Marketing-Offensive „Woran erkennt man gutes Fleisch" suggerieren, dass transparente Produktion zu Ramschpreisen möglich ist und dabei noch das Tierwohl im Vordergrund steht. Ist es denn möglich, dass bei einem aktuellen Preis von 5,99 Euro/kg für Putenbrust die Tiere ein artgerechtes Leben hatten, fragt Slowfood Deutschland berechtigterweise? Gilt die Putenlinie, die diese Brustfilets liefert, nicht längst als Qualzucht, deren Turbo-Schnellmast zu Krankheiten bei den Tieren führt? „Die Frage nach der Qualität sollte man hier gar nicht mehr stellen!"  

Doch deutlich wird in der Werbung auch, dass die Kompetenz für das Lebensmittel Fleisch fehle, so Georg Schlagbauer: „Weder zählt Jungbullenfleisch zum zartesten Fleisch auf dem Markt, noch reichen zwei Wochen Reifezeit für Spitzenqualität. „Dass hier ein Qualitätsbegriff definiert werden soll, welcher noch dazu das Preis-Dumping in der Lebensmittelkette verschlimmert, kann so nicht hingenommen werden", bilanziert Metzgermeister Georg Schlagbauer. Der Discounter biete weiterhin Fleisch aus Massentierhaltung an, was sich mit einer vernünftigen, artgerechten Tierhaltung nicht vereinbaren lasse, so Schlagbauer. Die „Initiative Tierwohl" lasse man sich vom Verbraucher finanzieren, um damit werben zu können. „Das hat mit Fairness und Nachhaltigkeit wenig zu tun", so der BHT-Präsident.  

Besonders ärgert ihn, dass der Discounter den Verkauf durch kompetentes Fachpersonal in Frage stellt. „Gerade der Discounter, der durch die Überwachung seiner Mitarbeiter aufgefallen ist, sollte nicht über die Wertigkeit kompetenten Fachpersonals entscheiden", so Schlagbauer. In der neuen Kampagne sieht er eine Diskriminierung der transparent und sauber arbeitenden Handwerksbetriebe vor Ort. Deutlich werde dies auch, dass der Begriff „regional" in der Werbung nicht verwendet werde, der bei jeder Verbraucherstudie einen Spitzenplatz einnimmt.  

Ein Spot des Discounters endet mit den Worten: „Eigentlich wissen wir doch alle ganz genau, was gut für uns ist." Das sieht der BHT-Präsident auch so und meint: „Der Einkauf beim Discounter mit seinen Dumpingpreisen ist weder günstig noch nachhaltig." Auf die Frage woran man denn gutes Fleisch erkenne, meint der lächelnd „vielleicht daran, dass es nicht von Lidl kommt".